Die erste Reise auf eine Insel ist vollendet. Freitag früh sind wir mit allen anderen Studenten, die ein Auslandssemester über Asia Exchange machen, mit dem Boot zur Insel Ko Phi Phi gefahren. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden. Bei der Ankunft bot sich ein wunderschönes Bild: Unter einem blauen Himmel ragen die steilen Felsen der Insel fast lotrecht aus dem türkisen Wasser, während eine sanfte Brise durch die saftig grünen Bäume weht.
Die Ruhe wurde nur durch einen etwas verrückten Mann gestört, der in Rage brüllte, weil seine Plastiktüte geklaut wurde. Er hat sich auch vor die Gangway gestellt und wollte niemanden vom Boot lassen, bevor er seine Habseligkeiten wieder bekäme. Glücklicher Weise wurde er nach einiger Zeit vom Personal zur Seite geführt.
Anschließend mussten wir uns erst einmal um eine Unterkunft kümmern. In diesem Lande wird nicht sehr viel geplant, was aber auch seine Vorteile hat, weil vieles entspannter läuft. Auf der Insel kann man sich eigentlich nur nicht motorisiert fortbewegen, also nur zu Fuß oder mit einem Fahrrad. Allerdings sind die Straßen sehr eng und mit Touristen überfüllt. Oft kam man nur langsam voran, musste Fahrrädern Platz machen und oft warten. Wir haben mit zehn Leuten und unserem schwerem Rucksack nach kurzer Zeit auch schon das Golden Hill gefunden. Eine schäbige Absteige die 1500 Baht (34€) für zwei Nächte gekostet hat. Das war aber egal, da wir, nach einem kurzem Essen, direkt an den Strand gegangen sind. Allerdings wurden wir enttäuscht, da das Wasser weg war. Wir befanden uns auf einer Insel und es war einfach kein Wasser vorhanden. Die Gezeiten gibt es natürlich nicht nur in der Nordsee.



Also sind wir etwas weiter gegangen, bis wir an einen Strand kamen von dem aus baden gegangen werden konnte. Wir haben uns sofort in das, wie immer kristallklare Wasser gestürzt, in dem wir auch viele Fische und Seeigel entdecken konnten.
Nachdem die Sonne untergegangen ist haben wir uns auf den Heimweg gemacht um uns zu duschen bevor wir uns mit allen anderen Studenten in einer Bar am Strand trafen.
An der Bar angekommen konnten wir die hauseigene Feuershow genießen. Ein kleiner Thai hat diverse Kunststücke mit Fackeln und ähnlichem vorgeführt, was sehenswert gewesen ist. Anschließend konnten Freiwillige noch Seilspringen, wobei das Seil angezündet worden ist. Mit der Zeit wurde die Musik lauter, sodass auch getanzt werden konnte. Es war schon recht angenehm draußen unter freiem Himmel am Strand mit Blick auf das Meer zu feiern.



Der nächste Tag war genial. Asia Exchange hat eine Bootstour für uns organisiert. Wir haben ein großes Boot bekommen mit dem wir an verschiedene Orte gefahren sind. Zuerst sind wir zu einer Klippe gefahren, die ungefähr sechs bis sieben Meter hoch war und von wo aus man ins Meer springen konnte. Allerdings war das Klettern den Felsen hoch gefährlicher als der Sprung selbst, da wir ohne jegliche Ausrüstung eine zwei Meter senkrechte Felswand mit scharfen Kannten und Spitzen erklimmen mussten. Der Sprung war schon unterhaltsam aber auch ziemlich schnell wieder vorbei. Wir sind im Anschluss auch direkt weitergefahren und haben an einer Bucht angelegt an der überaus schönes Schnorcheln möglicht ist.
Anfangs war es ziemlich ungewohnt unter Wasser atmen zu können, dennoch war es wunderschön viele Fische und sonstige Meeresbewohner zu erblicken. Ich bin mir nicht sicher wie lange wir wirklich tauchen waren, dennoch verging die Zeit wie im Flug. Schnorcheln bringt sehr viel Spaß.
Das letzte Ziel der Bootsfahrt war der
Maya Beach. Wir sind durch einen kleinen Wald zum Strand gegangen wo der Film
The Beach gedreht wurde. Es herrschte eine unglaubliche Ruhe in diesem Wald, der von hohen Felsen umgeben ist. Den Wald, durch den ein Sandweg führt, finde ich fast schöner als den Strand selbst, auch wenn dieser in einer ebenfalls von hohen Felsen umgebenen Bucht liegt. Ein wahres Paradies, wenn man einmal von den vielen Touristen absieht.
Interessanter Weise haben am Samstag Abend keine Bars und Clubs Musik spielen und kein Alkohol ausschenken dürfen, weil am darauf folgenden Tag die Wahlen stattfanden. So konnten wir den Abend nutzen indem wir uns an den Strand zu setzten und uns zu unterhielten, was bei der lauten Musik unmöglich wäre.
Am Sonntag sind wir direkt nach der Rückfahrt vorbei an einem Besoffenen, der direkt auf der Straße lag, in unser neues Appartement gefahren. In diesem lässt es sich viel besser als in der vorherigen Unterkunft leben. Noch haben wir drei leider nur zwei Schlafzimmer, aber das ändert sich, wenn wir in fünf Wochen im selben Gebäude in eine größere Wohnung ziehen.
Wir haben hier auch einen gemeinschaftlichen Pool und eine Dachterrasse mit Jacuzzi und herrlichem Blick auf einen Golfplatz.
Ich habe mittlerweile die ersten zwei Tage Uni und Schuluniform hinter mir, davon werde ich aber erst das nächste Mal berichten.