21 Apr 2014

Chiang Mai

Eine kleine kurze Reise liegt hinter mir. Diesmal führte es mich mit einem Freund aus Deutschland nach Chiang Mai, welche eine Stadt im Norden Thailands ist. Auf der Busfahrt zum Flughafen, die 90 Baht kostet (2€), war erkennbar, das Touristen durchaus anders behandelt werden. Wir sind gemeinsam mit einem Thai eingestiegen, der, genau wie wir, mit einem 100 Baht Schein bezahlt hat. Allerdings war er der Einzige der die zehn Baht Wechselgeld wiederbekommen hat. Der Flug verlief problemlos und übernachtet haben wir im Hotel mit folgendem amüsantem Namen:


Chiang Mai ist bekannt dafür, dass dort das zuvor angesprochene Neujahrsfest Songkran ausgiebig gefeiert wird. Am ersten Tag haben wir uns sogleich mit Wasserspielen und den traditionellen bunten Hemden ausgestattet und sind durch die Stadt flaniert, während wir uns mit Menschen jeglicher Altersgruppen ausgiebige Wasserschlachten geliefert haben. Auch die Autos und Rollerfahrer wurden nicht verschont, wobei niemand zu finden war, der nicht fröhlich war und viel gelacht hat. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass gerade zu Songkran die Anzahl der Motorradunfälle stark zunehmen. Davon war aber nichts zu merken, da jeder Mensch einfach nur glücklich war. Ich habe mich wie ein kleines Kind gefühlt. Hierzu ein Video und ein Photo:




Am folgenden Tag haben wir uns für 1000 Baht (22,49 Euro) die Teilnahme an einem Kochkurs gegönnt. Hierfür wurden wir direkt am Hotel abgeholt und sind auf einen Mark gefahren, wo uns etwas über die verschiedenen Lebensmittel und deren Verwendung erzählt wurde. Beim anschließendem Schlendern über den Markt war noch interessant zu sehen, wie die Fische entweder auf so geringen Mengen Eis gelagert waren, dass dies eigentlich nur zu einer optische Kühlung führte, oder lebendig ohne Wasser gestapelt wurden. Die Fliegen haben sich vermutlich sehr gefreut, dass sie dort auch ihr kostenloses Frühstück genießen durften. Einen Schritt weiter waren ein paar Waschbecken aufgestellt, die wohlmöglich zum Waschen der Fischkisten und ähnliches verwendet werden, in diesem Moment jedoch als Bad für Kleinkinder zweckentfremdet wurden.
Das Kochen war überaus unterhaltsam, lehrreich und natürlich auch lecker. Einige der sechs dort gekochten Gerichte waren so gut, dass sie geschmacklich keiner schlägt, wie Abel (dieser ausgeklügelte Wortwitz ist natürlich von einem gewissen Herrn Blume abgekupfert). Am Ende haben wir sogar noch ein kleines Rezeptbuch mit den dort zubereiteten Gerichten und Currypasten erhalten, sodass einem Nachkochen der Gerichte höchsten die Erhältlichkeit der Zutaten im Wege steht. Der Slogan der Kochschule ist auch überraschend:



Als wir Abends essen waren und wir nach dem Passwort für das Wlan Netzwerk fragten wurde uns folgender Zettel überreicht der uns auch mindestens zum Schmunzeln brachte:



Am nächsten Tag haben wir eine kleine Touristentour gebucht bei der wir eine Schmetterlingsfarm sehen, auf Elefanten reiten, am River Rafting teilnehmen, auf einem Bambus Floß fahren, einen Wasserfall betrachten und die Padaungen bestaunen konnten. Die Schmetterlingsfarm war im Prinzip ein kleines Gehege und ist kein weiteres Wort wert. Die Elefanten waren sehr niedlich und man konnte ihnen etwas näher kommen als in hiesigen Tierparks, aber ansonsten nur wackelig, kurz und etwas langweilig. Hier ein kleines Video, wie ich versuche einen kleinen Elefanten zu füttern:


Beim River Rafting sind jeweils vier Touristen pro Schlauchboot gefahren, welches von einem Thai gesteuert wurde. Insgesamt waren ungefähr 10 bis 15 Schlauchboote unterwegs. Der Fluss war leider recht ausgetrocknet, weswegen die Tour eigentlich etwas langweilig war, auch wenn die ein oder andere Stromschnelle etwas Action geboten hat. Das spannendste war eigentlich als wir eine Prügelei zwischen zwei der thailändischen Steuermänner beobachten konnten, die sich im Knietiefen Wasser relativ brutal auch ins Gesicht geschlagen haben. Es sah leicht aus wie in alten chinesischen Filmen, vor allem als die Steuermänner aus den anderen Booten sprangen und auch mitgekämpft haben. Die Schlacht gipfelte, als einer der Thais einem am Ufer liegenden Bambusstab aufgegriffen, auf einen Kontrahenten zugestürmt kam und mit voller Wucht zugeschlagen hat. Als ein weiterer Thai einen großen Stein aus dem Fluss aufgegriffen hat, haben alle gemerkt, dass dies zuweit führen würde und aufgehört zu kämpfen. Anschließend haben sich alle untereinander entschuldigt und mai pen rai (was soviel bedeutet wir kein Problem, oder könnte schlimmer sein) zueinander gesagt. Auch wenn anschließend verbal weiter gestreitet wurde.
Eine chinesische Touristen hat von einem der Steuermänner erfahren und später erzählt, dass es wohl um eine Frau oder eine Ziege ging. Ich konnte aufgrund des chinesischen Dialekts nicht ganz verstehen ob sie girl oder goat gesagt hat. Ich vermute aber, dass es eher um eine Frau ging.
Die Padaungen, welche auch als Giraffenhalsfrauen bekannt sind, sind ein Volk, bei dem sich die Frauen den Hals mit Ringen schmücken, der deren Hals auseinanderdehnt, sodass er länger wird. Hierbei musste ich feststellen, dass das meiste von dem doch irgendwie nicht so ganz stimmt. Viele Leute - ich eingeschlossen - denken, dass dieses Volk aus Afrika stammt, aber eigentlich kommen sie aus Myanmar. Es sind keine Ringe, die sie um den Hals tragen sondern spiralen. Der Hals wird eigentlich nicht länger, sondern es sieht nur so aus. Im Wikipedia Artikel ist zu lesen: "[hat] sich der ganze Schultergürtel samt Schlüsselbeinen und oberen Rippen durch das Gewicht des Metalls so stark keilförmig nach unten verformt, dass der Eindruck eines extrem langen Halses entstand". Ich habe mich sehr unwohl und wie in einem menschlichen Zoo gefühlt, als wir durch das für Touristen aufbereitete Dorf gegangen sind. Wobei Dorf es nicht ganz trifft, da es eigentlich nur viele kleine Läden waren.
Am letzten Tag haben wir uns zu fünft einen Wagen ausgeliehen um eigenständig die Natur zu erforschen und nicht auf die Touristen Verladung angewiesen zu sein.


Der Wagen hat für einen Tag 1200 Baht (knapp 27€) gekostet. Wir sind ohne Ziel einfach durch die Gegend gefahren, sodass wir in irgendwelche kleinen Straßen abbiegen konnten. Teilweise war es etwas schwierig mit dem Auto die Schotter und Sandwege zu passieren, aber am Ende hat alles gut funktioniert. Während der Fahrt haben wir auch wunderschöne Landschaften gefunden.






Am Besten war jedoch, als wir relativ am Ende der Fahrt in einer kleinen Siedlung einige Kinder Fußballspielen gesehen haben. Wir haben die Szenerie etwas genossen, bevor wir mit den Kindern zusammen Fußball gespielt und viel rumgealbert haben. Wir konnten zwar überhaupt nicht miteinander verbal kommunizieren, aber es war einfach ein schöner Moment, das Leben außerhalb vom Tourismus zu sehen und mitzuerleben wie glücklich die Kinder sein können, auch wenn sie keinerlei Luxus erfahren und stattdessen in Armut leben. 



Heute habe ich wieder etwas Basketball mit ein paar Thais, Chinesen und einem Deutschen gespielt. Das war sehr spaßig, aber auch überaus anstrengend, da es selbst Abends in der Dunkelheit sehr warm ist.








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